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Ich bin ja nicht berufspositiv

26. Juni 2011 von mgerschwitz

Kinder, wie die Zeit vergeht: Nun ist es schon zwei Wochen her, dass ich in Kassel aus „Endlich mal was Positives“ gelesen habe, und ich bin noch gar nicht dazu gekommen, den Abend zu würdigen. Denn Kassel war etwas Besonderes: Die Lesung fand am 11. Juni anlässlich der „Nacht der Solidarität“ statt; ich bin sehr stolz, dass ich für dieses besondere Ereignis eingeladen wurde.

Lesungsort war das Café März – eine Begegnungsstätte direkt neben den Räumlichkeiten der Aids-Hilfe Kassel. Hier hatten sich etwa 20 Gäste eingefunden, mit denen – worauf ich mich jedes Mal aufs Neue freue – sich nach der etwa 60-minütigen Lesung eine rege Diskussion entspann. Aus diesem Austausch von Gedanken und Erfahrungen nehme ich immer sehr viel mit, was ich bei anderen Gelegenheiten dann wieder weitergeben kann.

Im Anschluss an die Lesung ging es zur Adventskirche. Die Aidshilfe und der Stadtjugendpfarrer Marco Kosziollek hatten eine Andacht mit verschiedenen Stationen vorbereitet, an denen man z.B. seine Gedanken zu HIV zu Papier bringen, seine Gefühle und Hoffnungen in Bildern und Zeichnungen ausdrücken oder in Stille ruhen konnte. Marco bat mich vor der Andacht, einen Satz zum Thema auf das große Blatt Papier zu schreiben, um es Anderen zu erleichtern, es mir gleichzutun. Ich schrieb „Ich bin ja nicht berufspositiv“ – eine Formulierung, die einerseits sagt, dass ich nebenbei noch einen Hauptberuf habe, andererseits aber auch darauf abzielt, dass meine Infektion nicht 24 Stunden am Tag in meinem Kopf kreist. Als ich später wieder an diese Station zurückkam, hatte jemand den Satz ergänzt. Ich bin davon so begeistert, dass ich diese Formulierung in mein Repertoire übernommen habe: „Aber ein Hobby ist es auch nicht!

Ein großer Dank für die herzliche Aufnahme geht an die Mitarbeiter der Kasseler Aidshilfe, insbesondere Olaf und Barbara, mit denen ich vor der Veranstaltung noch etwas Zeit verbringen konnte, aber auch alle anderen, die sich täglich und mit viel Schwung einer wichtigen Aufgabe widmen. Und an Christa für dieses und die anderen Fotos!

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MATTHIAS GERSCHWITZ

Botschafter Welt-AIDS-Tag

Endlich mal was Positives - Cover
Rote Schleife

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